16. Spielzeit 2004/2005

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Rückblick auf die 16. Spielzeit 2004/2005

Über 2500 Zuschauer bei vier gefeierten Inszenierungen
Statt-Theater kann auf erfolgreiche 16. Spielzeit zurückblicken

Der gestiefelte KaterVegesack – Der Tod Max Wölfls am 22. August vergangenen Jahres hat eine tiefe Lücke in Vegesacks Kulturszene hinterlassen. Der langjährige Leiter des Statt-Theater Vegesack hatte nicht nur das Ensemble über viele Jahre von Erfolg zu Erfolg geführt, sondern auch die kulturelle Landschaft des Stadtteils mitgeprägt. „Viele haben nach Max’ Tod nicht mehr an uns geglaubt“, sagt Dennis Witthus, erster Vorsitzender des Statt-Theater. Doch die Schauspieltruppe bewies ihrem Gründer, dass sie seiner würdig ist und legte eine fulminante 16. Spielzeit mit über 2500 Zuschauern hin.
Im Dezember 2004 feierte „Der gestiefelte Kater“ unter der Regie von Gerd Linke Premiere im kleinen Saal des Bürgerhaus Vegesack. Über 1100 Kinder verfolgten die Geschichte um einen Kater in roten Stiefeln, der aufrecht gehen und sprechen kann und seinem Besitzer zu viel Geld und der großen Liebe verhilft. Das Ensemble spielt das Märchen mit so viel Charme und Hingabe, dass auch der große Saal des Bürgerhauses zu den Familienvorstellungen zwei Mal ausverkauft ist.
Erstmals wagt sich das Statt-Theater im 16. Jahr seines Bestehens auch an einen der großen amerikanischen Dramatiker mit Tennessee Williams „Die Glasmenagerie“. Regie führen Dennis Witthus und erstmals für das Statt-Theater Trude Redecker. Die Inszenierung erntet viel Beifall und positive Kritiken für ein schwer umzusetzendes Theaterstück.
Die GlasmenagerieWeltliteratur steht auch im April auf der Bühne des Bürgerhauses: „Bunbury“ von Oscar Wilde. Das Stück unter der Regie von Matthias Sabelhaus erwies sich in allem als Publikumsmagnet. Sieben Aufführungen mit insgesamt 512 Zuschauern – 84 Besucher finden Platz im kleinen Saal des Bürgerhauses – sprechen für sich. Im September gibt es eine Neuauflage des Stücks geben.
Den Höhepunkt der 16. Spielzeit des Statt-Theaters lieferte aber im Mai das Avantgarde-Stück „Drei Mal Leben“ von Yasmina Reza, das mit überschwänglichen Kritiken in der Presse gefeiert wurde. Regie führte Gerd Linke. Auch hier sind weitere Vorstellungen geplant. Die genauen Termine für November stehen aber noch nicht fest. Freuen können sich die Statt-Theater-Fans außerdem auf das neue Kinderstück des Ensembles im Dezember: „Der Drache Gertrud“ nach dem bekannten Kinderbuch von Ralf Isau.
„Das Statt-Theater zeigt, dass ein Bedarf an anspruchsvoller Theaterunterhaltung in Bremen-Nord besteht“, zieht Dennis Witthus eine Bilanz der vergangenen Saison. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der 16. Spielzeit.“ Momentan befände sich die Schauspieltruppe in der Vorbereitung auf neue Theaterstücke, „um unser Publikum mit neuen, interessanten Inszenierungen auch in Zukunft begeistern zu können“.
Mit besseren Rahmenbedingungen,ist sich Dennis Witthus zudem sicher, könnte das Statt-Theater dem Stadtteil noch mehr Profil geben. Zuschüsse oder eine öffentliche Förderung erhält das Ensemble nicht. Es finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Eintrittsgeldern. Dennoch bietet es qualitativ hochwertiges Theater mit viel Engagement, Einfallsreichtum und Idealismus aller Beteiligten. 
Text: Doris FriedrichsDrei mal LebenBunbury