19. Spielzeit 2007/2008

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Rückblick auf die 19. Spielzeit.
Erneut Rekord gebrochen.

Die 19. Spielzeit war alles andere als gefällig. Trotzdem stieg der Zuschauerzuspruch um 150 Zuschauer auf 3.851 zahlende Zuschauer.

Am Samstag, 22. September 2007 eröffnete das Statt-Theater Vegesack seine 19. Spielzeit mit Enzensbergers ‚Der Untergang der Titanic. Eine Komödie'. Sechs Darsteller lasen unter der künstlerischen Leitung von Walter Schimmler im kleinen Saal im Bürgerhaus Vegesack das sperrige Werk, ein Versepos aus 33 Gesängen und 16 lyrischen Zwischentexten.
Das auftretende Personal reicht von Dante, an dessen ‚Göttliche Komödie' der Titel erinnert, über den venezianischen Maler Paolo Veronese bis zu den Revolutionären Engels und Bakunin. Die Virtuosität des Dichters beweist sich auch in der Vielfalt seiner Formen. Es finden sich dramatische Balladen, ironische Oden, zarte Elegien, Bildbeschreibungen und schließlich sogar ein zotiger Nigger- Rap. 49 Zuschauer besuchten diese anspruchsvolle Veranstaltung.

Komödie im Dunkeln Weiter ging es beim Statt-Theater im Oktober ebenfalls im kleinen Saal mit der rasanten Slapstick-Komödie ‚Komödie im Dunkeln' (Black Comedy) von Peter Shaffer. Das Stück spielt in den 60ern in London. Der Bildhauer Brindsley Miller und seine Verlobte versuchen, mit einer vom Nachbarn geklauten Wohnungseinrichtung bei der Schwiegermutter sowie einem angekündigten reichen Kunstsammler Eindruck zu schinden. Doch ein Stromausfall und allerlei ungebetene Gäste vereiteln den Plan und sorgen für turbulente Verwechslungen und Verwirrungen. 918 Zuschauer besuchten die Inszenierung unter der Regie von Matthias Sabelhaus.

Im Dezember spielte das Statt-Theater dann das beliebte und phantasievolle Kindermusical ‚Urmel aus dem Eis' nach dem Kinderbuch von Max Kruse. Auf der einsamen Südseeinsel Titiwu lebt der zerstreute Professor Habakuk Tibatong mit seinen Inseltieren, denen er das menschliche Sprechen beigebracht hat. Aber leider hat jedes von ihnen einen Sprachfehler. Alle geniessen ihr Leben auf der Insel
und lauschen dem Seele-Fant, der am Fluss seine traurögön Lödör singt. Pingu mit dem charmanten Sprachfehler, der seine eigene "Mupfel" (=Muschel) zum Schlafen und Wohnen haben will, entdeckt das Ei aus einem zerschmolzenen Eisberg, woraus ein seltsames Geschöpfchen schlüpft: das Urmel! Vorlaut und keck, aber unglaublich liebenswert, sorgt das Urmel künftig für Wirbel. 1.651 Zuschauer sahen dieses von Nadine Miguel und Kai Howald inszenierte Abenteuer.

NoraFür 2008 war dann Ende Februar die Premiere von ‚Nora' angesetzt. In dem weltberühmten norwegischen Theaterklassiker von Henrik Ibsen versucht Nora ihrem Leben als Mutter und Ehefrau zu entfliehen. Sowohl ihr Vater, als auch ihr gut situierter und streng konservativer Mann Torvald Helmer, dem eine Karriere als Bankdirektor bevorsteht, behandeln sie stets besitzergreifend. Umgeben von den
komplizierten Verflechtungen von Geld und Macht versucht Nora, naiv, aber mutig, ihren gesellschaftlichen Zwängen und Verpflichtungen zu entkommen - will aber auf der anderen Seite ihre eigenen Kinder nicht im Stich lassen. 648 Zuschauer erreichte dieses von Christa Präger und Andrea Eldagsen in Szene gesetztes Drama...
Im Mai 2008 wurde im großen Saal vom Bürgerhaus Vegesack die skurrile Krimikomödie ‚Jeder kann es gewesen sein' von Alan Ayckbourn gespielt, in der es um einem Mordfall in der Künstlerfamilie Chalke geht. Mortimer ist mitte Fünfzig und zehrt als Familienältester immer noch von seinem Jugenderfolg als Nachwuchskomponist. Seine Schwester Jocelyn hat als Schriftstellerin nie einen Roman beendet. Sie lebt mit ihrer Tochter aus erster Ehe, Amy und ihrem Freund Norris, seines Zeichens erfolgloser Privatdetektiv, unter Mortimers Regiment auf dem im Verfall begriffenen Anwesen der Familie. Und dann ist da noch Brinton, Jocelyn's und Mortimer's jüngerer Bruder. Brinton ist Maler, hat sein Atelier in einem baufälligen Schuppen auf dem Hof. Aber seitJeder kann es gewesen sein zwanzig Jahren hat niemand ein Bild von ihm zu Gesicht bekommen. Als Mortimer bekannt gibt, dass er alles einer völlig Fremden, einer ehemaligen Klavierschülerin vererben will, versuchen die Familienmitglieder alles, um das Blatt noch zu wenden. Ein Katz-und- Maus-Spiel entspinnt sich, bei dem eine Person auf der Strecke sterben wird und - jeder kann es gewesen sein...
Das besondere an dieser Krimikomödie sind die alternativen Enden. Das Statt-Theater spielte bei den jeweiligen Vorstellungen - wie vom Autor vorgesehen - verschiedene Enden. Uli Hatscher führte bei dieser Krimikomödie Regie, welche in Vegesack von 585 Zuschauern besucht wurde.

Dem Statt-Theater Vegesack gelang damit zwischen dem Sommer 2007 und dem Sommer 2008 erneut eine abwechslungsreiche, künstlerisch vielfältige und auch von der Presse gut besprochene Spielzeit.